Haftfestigkeitsstörungen von Beschichtungen auf verspachtelten Gips(karton)platten

– Ursachen und Lösungen –

Seit Einführung der Qualitätsstufen für die Verspachtelung von Gips(karton)platten gibt es Diskussionen über Haftfestigkeitsstörungen auf gespachtelten Gips(karton)platten, die ohne Vlies oder Wandbelag mit Innenwandfarben beschichtet werden. Haftfestigkeitsstörungen werden verstärkt auf dünnen Spachtelschichten beobachtet, die bei Verspachtelungen entsprechend den Qualitätsstufen Q2 und insbesondere Q3 zwangsläufig vorhanden sind.

Das Merkblatt gibt Hinweise zur Erkennung instabiler Schichten und gibt dem Ausführenden Empfehlungen, welche Möglichkeiten zur Vermeidung sinnvoll sein können.

Diese BFS-Information enthält zusätzliche Hinweise zum Gebrauch der BFS-Merkblätter, die als Technische Richtlinien für Maler- und Lackiererarbeiten gemeinsam vom Bundesverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz in Zusammenarbeit mit den beteiligten Industrien und dem Farbenfachhandel herausgegeben werden.

Betrifft: BFS-Merkblatt Nr. 12 – Oberflächenbehandlung von Gipsplatten (Gipskartonplatten) und Gipsfaserplatten, Stand Juli 2007

Diese Sonderinformation kann als Download online beim Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz bezogen werden. Für Innungsmitglieder* zu € 0,00 und Nichtinnungsmitglieder zu € 6,90 zzgl. MwSt.

* Mitglieder einer Maler- und Lackiererinnung, die der Fachorganisation angeschlossen ist.

In der App BFS-Merkblätter-Online wird diese Information kostenlos zur Verfügung gestellt und ist dort dem BFS-Merkblatt Nr. 12 vorangestellt.

Rückblick: 6. Architekten- und Fachunternehmertag – WDVS-Fachsymposium – 2020 in Kassel

Am 5. März 2020 fand der 6. Architekten- und Fachunternehmertag – WDVS Fachsymposium – in Kassel statt.

Experten aus den Bereichen Planung, Handwerk, Industrie und Handel aus ganz Deutschland tauschten sich über Themen aus Theorie und Praxis rund um WDVS fachlich aus.

Von den über 110 angemeldeten Teilnehmern konnte Tom Nietiedt, der Vorsitzende der RAL-Gütegemeinschaft Wärmedämmung von Fassaden e. V. (GWF) über 80 Teilnehmer begrüßen.

Tom Nietiedt bedankte sich bei den Sponsoren und Fachausstellern für die zahlreiche Beteiligung. Aufgrund der besonderen Situation wies Herr Nietiedt auf die ausliegenden Hygiene-Informationen und die Nutzung der bereitstehenden Desinfektionsmittel hin.

Herr Nietiedt moderierte dann durch den Veranstaltungstag und führte jeweils in die Themenbereiche ein.

Dipl.-Ing. Univ. Ralf Ertl, Beratender Ingenieur und Obmann des Normenausschusses DIN 18202 – Maßtoleranzen machte in seinem Referat Grenzen für Maßabweichungen und optische Mängel bei Fassaden deutlich, dass für Maßabweichungen– gewerkeübergreifend – die DIN 18202 „Toleranzen im Hochbau“ Anwendung findet. In der Baupraxis würden sich damit aber Abweichungen im Fassadenbereich jedoch nicht immer zufriedenstellend beurteilen lassen. Dies beträfe insbesondere Abweichungen im optischen Erscheinungsbild. Der Vortrag stellte den Anwendungsbereich der DIN 18202 und die Grenzen für eine Beurteilung nach dieser Norm im Bereich von Fassadenbekleidungen dar. Für optische Mängel wurden alternative Beurteilungsgrundlagen vorgestellt. Dies umfasst auch die Frage nach einer Minderung für Mängel, die nur mit großem Aufwand beseitigt werden können.

Michael Hladik, allg. beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Putze und Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS), Bauschädendiagnostik Fassaden referierte an diesem Tag über zwei grundlegende Themenbereiche aus seiner Sachverständigentätigkeit. So behandelte er zum einen Wasser weg vom Haus – eine in Vergessenheit geratene Notwendigkeit. Die gegenwärtige Baukultur verfolgt sehr strikt eine Gebäudeform, die von Michael Hladik mit kantig, kubisch, ungeschützt beschrieben wurde. Er nannte sie kurz KKU-Architektur. Diese Gebäudeform würde sich vor allem dadurch auszeichnen, dass die Fassaden keinen konstruktiven Witterungsschutz haben. Dadurch seien zahlreiche Bereiche an diesen Fassaden mehr oder wenig der ständigen Bewitterung ausgesetzt. Herr Hladik sprach in seinem Vortrag eine Anzahl solcher Details an, um den Planern und Ausführenden gleichermaßen eine Gebäudeeigenschaft zurückliegender Bauzeiten in Erinnerung rufen: Die Wasserführung am Bau.

Zum anderen befasste er sich mit dem Thema WDVS – dicht oder nicht? Ein WDVS hat keine Anforderungen an Luftdichtheit zu erfüllen. Die Gebäudehülle ist aus energetischen Gründen zunehmend dichter zu planen und auszuführen. Immer wieder hinterlassen Leckagen unschöne Abzeichnungen an der WDVS-Oberfläche. Bei der dann folgenden Begutachtung erfolgt nicht selten eine rasche Ursachen-Zuordnung an den Fassadenbauer. Herr Michael Hladik zeigte auf, das selbst dann, wenn Ausführungsmängel im WDVS vorhanden sind, dies nicht die eigentliche Ursache der aufgetretenen Schäden sein müssen. Herr Hladik machte deutlich: „Ein WDVS hat keine Anforderungen an die Luftdichtheit der Gebäudehülle zu erfüllen“.

Dr. Jürgen Kisskalt, Diplom Geologe, Geschäftsführer des LGA Instituts für Umweltgeologie und Altlasten GmbH, Nürnberg erläuterte eindrucksvoll, wie verbreitet Wärmedämm-Verbundsysteme sind. In seinem Referat Was beim Rückbau von WDVS zu beachten ist zeigte er die mengenmäßige Verbreitung seit 1957 und den Beginn des Rückbaus seit den 80ern auf. Neben den Themenbereichen Aufdopplung von WDVS, Stoffströme/Verwertung/Entsorgung und Rückbauplanung und -ausführung gab er unter dem Themenpunkt Schadstoffproblematik für viele Teilnehmer überraschende Einblicke dahingehend, welche Schadstoffe unter Umständen in einem verbauten alten Wärmedämm-Verbundsystem zu finden sind.

Harry Luik, Architekt, Stuckateurmeister und ö.b.u.v. Sachverständiger, gibt einen Ausblick auf die in Überarbeitung befindliche Richtlinie über Anschlüsse an Fenster und Rollläden bei Wärmedämm-Verbundsystemen. Anhand von Fotos aus der Praxis sowie Auszüge aus dem Entwurf der Richtlinie erörtert er insbesondere die Frage: Wo und wie müssen wir Gewerke trennen? …oder wie planen wir die Schnittstelle? Dabei zeigt er Schadensfälle aus seiner Praxis hinsichtlich Luftdichtheit, Kondensation, Konvektion hinter dem WDVS sowie dem Gewerkeloch. Ein sehr wichtiges An-liegen war für ihn unter anderem auch die Erfordernis, die Planung und die Umsetzung einer zweiten Dichtungsebene bei bestimmten Bauarten.

Mit dem letzten Referat diesen Tages ging Rechtsanwalt Wolfgang Reinders, auf das Thema Gewährleistung und Haltbarkeit – zwei ungleiche Schwestern ein. Dabei unterteilte er seinen Vortrag in drei „Botschaften“ auf die er näher einging. Zunächst stellte er fest, dass nicht der Zustand „kaputt“, „verschlissen“, „veralgt“, „verblasst“ als solcher für Ansprüche entscheidend sind, sondern die Ursache dieses Zustandes. Nur für einen von Anfang an eingebauten Mangel, der sich innerhalb einer gewissen Zeit zeigt, gibt es gesetzliche Ansprüche (Gewährleistungsansprüche). Normale Abnutzung z. B. zählt hier nicht dazu. Die Haltbarkeitsfrage ist eine gesetzlich ungeregelte Grauzone mit hohem Ärgernis- Potential! Wenn man wirklich verbindlich die Haltbarkeit regeln will, dann benutzt man dafür die Garantie.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten zudem Gelegenheit, sich bei 12 anwesenden Fachausstellern und Sponsoren in Fachgesprächen über deren Produktpaletten zu informieren.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Firmen APU AG, ASUP GmbH, CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz GmbH, dämmen-lohntsich.de, Dosteba GmbH, Diessner GmbH & Co. KG, Lottmann Fensterbänke GmbH – helopal, GiesslerGroup – iWDVS, Keimfarben GmbH, Knauf Gips KG, Wilhelm Layher GmbH & Co KG, Pfeiler GmbH – ZAB, puren GmbH, Sto SE & Co. KGaA, SCHMITT & ORSCHLER GmbH & Co. – Sundo sowie tremco illbruck Group GmbH.

Der Architekten- und Fachunternehmertag WDVS wird veranstaltet von der RAL Gütegemeinschaft Wärmedämmung von Fassaden e. V. (GWF)

Auch 2021 findet der Architekten- und Fachunternehmertag – Fachsymposium WDVS – statt,

diesmal am 11. März 2021 in Osnabrück.

Der genaue Veranstaltungsort und das Programm werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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Der BFS hat gewählt

Anlässlich der Mitgliederversammlung des Bundesausschusses Farbe und Sachwertschutz am 20. November 2019 wurden die Präsidiumsmitglieder neu gewählt.

Das Präsidium besteht weiterhin aus Vertretern des Handwerks, der Hersteller und des Handels.

Wiedergewählt wurden die Herren Karl-August Siepelmeyer, Melle und Dr. Ralf Murjahn, Ober-Ramstadt.

Für den Handel wurde neu in das Präsidium gewählt, Herr Volker König, Hamburg.

Der bisherige Vertreter des Handels, Herr Norbert Sonnen, Düsseldorf war seit 1993 Präsidiumsmitglied und steht dem Präsidium nicht mehr zur Verfügung.

Neuer Online-SHOP

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

ab sofort können die Technischen Richtlinien für Maler- und Lackiererarbeiten – die BFS-Merkblätter – ONLINE bestellt und bezahlt werden.

Die Bezahlung ist per Vorkasse, Paypal und Kreditkarte möglich.

Bestellungen per Fax, Brief oder E-Mail sind nicht mehr vorgesehen.

Wir denken, dies dient der Vereinfachung und ist in Ihrem Sinne.

Für Mitglieder des BFS, Schulen und der Buchhandel sind Sonderkonditionen vorgesehen.
Diese fordern bitte einen Coupon Code unter info@farbe.de an.

Für diesbezügliche Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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